Für das derzeit 63 EUR teure Deutschlandticket müssen Bund und Länder rd. 3 Mrd. EUR (je 1,5 Mrd.) an Zuschüssen aufbringen. Das 14,5 Millionen Menschen das Ticket kaufen ist ein Beleg dafür, dass das Deutschland-Ticket an sich ein Erfolg ist. Um es generell attraktiv zu halten, darf es in 2027 nicht teurer werden. Um es noch attraktiver für Autofahrer zu machen, die sich einen Umstieg erlauben können, wenn sie wollen, muss der Preis sinken. Auch wegen der aktuellen Preise für Kraftstoffe. Eine Halbierung des aktuellen Preises auf 33 EUR würde bei gleichbleibender Nutzerzahl 5,742 Mrd. EUR zusätzlichen Subventionen im Vergleich zu den bisherigen 63 EUR kosten. Der öffentlicher Finanzierungsbedarf würde insgesamt ca. 8,74 Mrd. € betragen.
Wenn die Nutzerzahl auf 18 Millionen ansteigen würde, müsste der Zuschuss bei einem Preis von 30 € um 3,48 Mrd. EUR auf 6,48 Mio. EUR steigen, wenn man den Vergleich zu den 63 EUR ausblenden würde. Wo soll das Geld herkommen?
Der Bund müsste auf den Teil der Mehrwertsteuer verzichten, der auf den Preisanstieg entfällt. Das ist möglich. Machen wir ein Beispiel. Auf den 1,63 EUR kostenden Liter Diesel vor dem Iran-Krieg entfielen 26,03 Cent auf die Mehrwertsteuer. Durch den Dieselpreis von 2,39 EUR steigen die Mehreinnahmen nur aus der Mehrwertsteuer um 12,13 Cent je Liter auf 38,16 Cent. Bei 38,8 Mrd. Litern verkauftem Diesel sind das MEHREINNAHMEN von 4,71 Mrd. EUR nur durch die Mehrwertsteuer. Das stellt den Spielraum für eine Preissenkung des D-Tickets dar.
Die Mehrwertsteuer ist eine Gemeinschaftsteuer. Die Verteilung ist 2026 nicht einfach „alles an den Bund“. Im Juli 2026 lag die tatsächliche Verteilung nach den gesetzlichen Festbeträgen bei etwa 47,7 % Bund, 48,9 % Länder und 3,4 % Gemeinden. Daraus ergibt sich - wie bisher - eine je hälftige Beteiligung von Bund und Ländern an ein der weiteren Subvention.
Der Bund müsste von seinen Mehreinnahmen i.H.v. 2,24 Mrd. rd. 1,74 Mrd., die Länder von ihren Mehreinnahmen i.H.v. 2,30 Mrd. auch 1,74 Mrd. berappen. Trotz Einführung des D-Tickets ist die Menge verkauften Diesels seit 2023 nicht gesunken und liegt bei relativ kostenten 38 Mrd. Litern.
Verwenden Bund und Länder die restlichen Mehreinnahmen aus dem Anstieg der Mehrwertsteuer, der nicht für das D-Ticket verwendet wird, für eine Steuersenkung für Kraftstoff für die Menschen, die nicht auf den ÖPNV umsteigen können, ließe sich der Literpreis Diesel bei einer Preissenkung um 1,23 Mrd. EUR MwSt. um ca. 3,2 Cent senken. Man könnte nun politisch diskutieren, ob eine etwas stärkere Preissenkung besser wäre, wenn des D-Ticket nicht auf 33 EUR sinkt, sondern auf z.B. 40 EUR.
Das entscheidende ist bei dieser Beispielsrechnung, dass der Fiskus nicht einmal Geld "verlieren" würde. Er hätte weiterhin die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer, die er im Jahre 2025 erzielt hat.
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