Lidice

Als Vergeltung für die Ermordung des Leiters des Reichssicherheitshauptamts und stellvertretenden Reichsprotektors von Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, wurde das Dorf Lidice am Abend des 9. Juni von SD, SS und deutscher Schutzpolizei umstellt und am nächsten Tag zerstört, niedergebrannt und die männlichen Bewohner erschossen, die Frauen deportiert und die Kinder überwiegend vergast.

Jedes Jahr erinnert die Tschechische Republik mit einer Gedenkfeier an dieses grausame Verbrechen mit Kranz- und Blumenniederlegung. Dabei gilt eine Reihenfolge: Zuerst legt der Präsident der Republik einen Kranz nieder, dann die Regierung, dann Botschafter verschiedener Staaten in der CZ. Dann die Parlamente, danach die politischen Parteien und Verbände und dann kann jeder Bürger, der möchte, Blumen ablegen. Der erste Teil wird immer von einem militärischen Zeremoniell begleitet. Im Jahre 2018 legte ich als Mitglied des Landesvorstandes Brandenburg der Partei Die Linke ein offizielles Blumengebinde ab. 

Als ich in der Stätte des Grauens stand, über die große Wiese ging - auch zwischen Fundamentresten der Häuser - verspürte ich eine große Ehrfurcht vor den Opfern dieses Massakers. Es ist eine ergreifende Stille auf der Wiese, auf der einst über 600 Jahre lang das Dorf stand mit mehr als 100 Wohnhäusern und einer Kirche für die fast 600 Bewohner.